Die Gemeinde Tlumacov in der Nähe von Domazlice und die dortige Feuerwehr luden die Freiwillige Feuerwehr Chamerau am Samstag zum Freundestreffen des Dorfes ein, bei dem auch das 120-jährige Gründungsfest der dortigen Feuerwehr gefeiert wurde.
Da zwischen den beiden Wehren eine grenzüberschreitende Partnerschaft besteht, brach man am Vormittag mit drei Oldtimer-Feuerwehrfahrzeugen des Vereinsmitglieds Josef Lex und einem Kleinbus in die Tschechische Republik auf.
Um 12.30 Uhr wurden die 24 Mitglieder der Chamerauer Wehr vom dortigen Bürgermeister am Dorfplatz in Tlumacov sehr freundlich empfangen, danach erfolgte auch gleich die Aufstellung zum Festgottesdienst mit Fahnenbandweihe bei der Kapelle am Dorfplatz. Im Anschluss daran wurden am Denkmal für die verstorbenen Kameraden Kränze niedergelegt, bevor der Festzug anschließend zum zwei Kilometer entfernten Dorfsamfitheater ging, wo auf dem Festplatz dann der offizielle Empfang stattfand. Den Chamerauern stand dabei immer eine Dolmetscherin zur Seite, die die Festreden für sie übersetzte.
Bürgermeister Stefan Baumgartner und Erster Vorstand Johann Robl bedankten sich anschließend bei den Gastgebern für die Einladung und beide beglückwünschten sie zu Ihrem gelungenen Fest. Als Zeichen der gegenseitigen Verbundenheit überreichte die Chamerauer Wehr zusammen mit dem Bürgermeister ein gläsernes Gemeindewappen als Geschenk, im Gegenzug erhielten sie von der Feuerwehr Tlumacov als Andenken einen gläsernen Feuerwehrhelm.
Nach dem offiziellen Festakt ging es dann auf dem Festplatz mit einem bunten Unterhaltungsprogramm, bei dem mehrere Gruppen und Musikkapellen auftraten, noch gemütlich weiter.
Am Freitag besichtigten 20 Mitglieder der FFW Chamerau im Gewerbegebiet "In der Grube" das Gelände der Firma Bayerwald-Gas. Dort wurden sie von Geschäftsführer Frank David sowie von Christof Junginger aus München erwartet, die zunächst vor Ort auf die Firma Bayerwald-Gas eingingen. Diese vertreibt Flüssiggas, welches mit großen Tankwagen (40.000 Liter) angeliefert, und dann in Chamerau in kleinere Tankwagen mit 20.000 Liter umgefüllt wird. Die Feuerwehr wurde auch mit dem dortigen Gelände vertraut gemacht, so würden im Ernstfall zwei Hydranten in der Nähe bereitstehen, eine weitere Schlauchleitung könnte vom Regen ins Gewerbegebiet gelegt werden.
Hieran schloss sich ein Vortrag Christof Jungingers im Schulungsraum des Feuerwehrgerätehauses an. Hier führte er die Feuerwehrmänner mittels einer Powerpoint-Präsentation in die physikalischen Eigenschaften des Flüssiggases sowie dessen mögliche Brandbekämpfung im Ernstfall ein. Dies wurde außerdem durch chemische Versuche mit Flüssiggas sehr anschaulich demonstriert. So wurde etwa die Siedetemperatur von -42° C des Propangases dadurch gezeigt, dass eine Nelke in Flüssiggas getaucht wurde. Anschließend war die Blüte komplett vereist und konnte wie ein Eiszapfen zerdrückt werden. Weiter ging Junginger auch auf die beste Maßnahme im Unglücksfall ein, das Gas kontrolliert abbrennen zu lassen, während die Feuerwehr den Brandschutz der umliegenden Gebäude sicherstellen muss.
Abschließend wurde an die Feuerwehrkameraden noch ein Merkblatt mit einem "Gefahrenabwehrplan für eine Flüssiggasanlage" ausgeteilt, bevor sich der Erste Kommandant Martin Robl im Namen der Chamerauer Feuerwehr herzlich für die Firmenbesichtigung und den Vortrag bedankte.
Bereits seit einiger Zeit herrscht im Chamerauer Feuerwehrhaus drückende Enge. Außerdem war bei der Beschaffung des Gerätewagens Logistik 2 im Zuschussbescheid auch die Vorschrift enthalten, dass eine geeignete Schlauchpflegeanlage errichtet werden müsse.
Am Donnerstag, den 17.06.2010 hat nun der Gemeinderat dem mit der Regierung der Oberpfalz und dem Chamer Kreisbrandrat abgestimmten Plan hierfür zugestimmt, wodurch wohl ab September mit den Bauarbeiten hierfür begonnen werden kann.
Um die bestehende Architektur des Gerätehauses nicht zu verändern, werden an den hinteren Teil des Gebäudes ein Raum zur Schlauchpflege und ein dritter Stellplatz mit Tor und Zufahrt angefügt, die mit den bisherigen zwei Stellplätzen im Feuerwehrgerätehaus verbunden werden. Mittels dieses neuen Stellplatzes können die nassen Schläuche nach einem Einsatz schnell zum Waschen gebracht werden. Weiter wird für diesen Anbau das bestehende Dach mit einer etwas leichteren Schräge verlängert werden.
Grundriss und Ansicht des Anbaus an das Feuerwehrhaus.
Nachdem die alte Homepage der Chamerauer Feuerwehr bereits deutlich in die Jahre gekommen war, entschloss sich die Vereinsführung einen komplett neuen Internetauftritt zu gestalten, der künftig über das Geschehen im Verein sowie die Ausrüstung informieren wird.
So findet man jetzt unter der Adresse www.ff-chamerau.de sowohl Informationen über aktuelle Termine der Feuerwehr, Berichte über die verschiedenen Ereignisse im Vereinsleben, Fotos und Angaben über die technische Ausstattung der Chamerauer Wehr, als auch Bürgerinformationen, die dem allgemeinen Brandschutz dienen sollen.
Erster Kommandant Martin Robl dankte am Donnerstag bei der offiziellen Übergabe im Namen des ganzen Vereins Robert Leitermann für die Erstellung und laufende Aktualisierung des neuen Internetauftritts der FFW Chamerau sehr herzlich. Beide hoffen auch, dass das neue Internetangebot ausgiebig genutzt werden wird und einen Einblick in das Vereinsleben geben kann.