Kurze Geschichte und Chronik der Freiwilligen Feuerwehr Chamerau

Die Chamerauer Feuerwehr wurde am 16. Oktober 1876 von 23 Männern aus Chamerau, Gillisberg, Gilling und Roßberg gegründet. In der Wehr gab es in den 130 Jahren ihres Bestehens viele Höhen und Tiefen. Die beiden Kriege hinterließen auch ihre Spuren. Leider sind die Aufzeichnungen und Protokolle nicht vollständig und lückenlos geführt, oder teilweise vernichtet worden. So waren oder sind bis dato 12 Vorstände und 17 Kommandanten im Amt. Es gab auch einige Zeitabstände, Jahre in der Geschichte der Wehr, die ohne Vorstand oder Kommandant zu bewältigen waren. Sie wurde in diesen Abschnitten kommissarisch geführt. Auch mit Nachwuchssorgen hatte die Wehr öfters zu kämpfen.

Als Gründungsvorstand fungierte in 34-jähriger Amtszeit Johann Brandl, Landwirt aus Gillisberg.

Die Namen der bisherigen Vorstände:

Brandl Johann, Landwirt, Gillisberg, 1876 - 1910
Wanninger Xaver, Landwirt und Bürgermeister, Chamerau, 1910 - 1935
Stocker Josef, Kaufmann, Chamerau, 1935 - 1949
Pongratz Josef, Landwirt, Gilling, 1949 - 1951
Weber Willi, Bäcker, Chamerau, 1951 - 1952
Bräu Xaver, Landwirt, Chamerau, 1952 - 1961
Baumgartner Josef, Gastwirt und Bürgermeister, Chamerau, 1961 - 1965
Bräu Xaver, Landwirt, Chamerau, 1965 - 1970
Brey Josef, Kaufmann, Chamerau, 1970 - 1982
Speckner Josef, Angestellter, Chamerau, 1982 - 1988
Wittmann Franz, Landwirt, Chamerau, 1988 - 2006
Robl Johann, Rettungsassistent, Chamerau, ab 2006

Die Namen der bisherigen Kommandanten:

Hirmer Xaver, Mesner, Chamerau, 1876 - 1878
Stocker Johann, Landwirt, Chamerau, 1878 - 1887
Hallermeier Franz, Landwirt, Chamerau, 1887 - 1894
Hirmer Xaver, Mesner, Chamerau, 1894 - 1903
Speckner Franz, Müller, Chamerau, 1903 - 1910
Weber Josef, Bäcker, Chamerau, 1910 - 1938
Kappenberger Xaver, Schachtmeister, Chamerau, 1938 - 1948
Neumeier Wolfgang, Schreiner, Chamerau, 1948 - 1949
Kappenberger Xaver, Schachtmeister, Chamerau, 1949 - 1951
Weber Willi, Bäcker, Chamerau, 1951 - 1952
Waindinger Alfons, Schachtmeister, Chamerau, 1952 - 1961
Fleischmann Siegmund, Landwirt, Chamerau, 1961 - 1964
Neumeier Wolfgang, Kraftfahrer, Chamerau, 1964 - 1970
Speckner Josef, Angestellter, Chamerau, 1970 - 1972
Neumeier Wolfgang, Kraftfahrer, Chamerau, 1972 - 2000
Ellmann Christian, Elektriker, Chamerau, 2000 - 2006
Irrgang Max, Bäckermeister, Chamerau,  2006 - 2008
Robl Martin, Industrieelektroniker, Chamerau ab 2008

In der Pfarrchronik fällt in den Jahren zwischen 1885 und 1908 eine regelrechte Brandserie von 15 Bränden auf.

Dank einiger rühriger Vorstände und Kommandanten wurden in gewissen Abständen Anschaffungen und Feste abgehalten. So wurde 2 Jahre nach Gründung im Jahre 1878, die erste Spritze angeschafft.

Im Jahr 1883 wurde die erste Fahne der Chamerauer Wehr gekauft und in der Peter und Paul Kirche Chamerau geweiht. Schon vor dem zweiten Weltkrieg besuchten auch Kameraden Gründungsfeste von Nachbarwehren.

Das 50-jährige Gründungsfest wurde im Jahre 1928 abgehalten, weil es 1926 die Vereinskasse nicht erlaubte. Wie aus den Aufzeichnungen zu entnehmen ist, spielten die Kameraden vor dem Krieg und nachher bis in die sechziger Jahre jährlich Theater und veranstalteten einen Feuerwehrball (Eintritt 0,50 DM), der auch heute noch als Faschingsball veranstaltet wird.

Die erste Fahne der Freiwilligen Feuerwehr Chamerau von 1883

Bis 1938 waren die Gerätschaften in einem Nebengebäude des Pfarrhofes untergebracht. 1938 wurde das erste Gerätehaus mit Schlauchturm hinter dem Friedhof gebaut. Wie aus der Chronik hervorgeht, waren die Wehrmänner damals auf die Errungenschaft sehr stolz.

Im Jahre 1938 wurde auch die erste Motorspritze angeschafft.

Ausgerückt ist man bis in die fünfziger Jahre mit einem Pferdefuhrwerk. Anschließend stellte der Lagerhausbesitzer Brey Josef bei Alarm seinen Lastkraftwagen zur Verfügung, wo man die Spritze, Schlauchmaterial, Strahlrohre und Personal verlud und dann zum Einsatz ausrückte.
Im November 1951 brannte am frühen Morgen die Scheune vom Gasthaus Bäckerwirt im Ortskern von Chamerau, welche zwischen Wirtshaus und Papenfabrik Herold stand.

Von Bürgermeister Stiehler wurde 1952 das Inselfest ins Leben gerufen, an dem sich auch die Feuerwehr mit den anderen Ortsvereinen als Ausrichter beteiligte. Dieses Fest wird auch heute noch unter Mitwirkung der Wehr abgehalten.

Jahrhunderthochwasser in Chamerau im Jahre 1954

Der Regen trat 1954 gewaltig über sein Ufer. Ein Steg wurde vom Pfarrhof zur Kirche aus Leiterwagen errichtet, wobei laut Aufzeichnung die Chamerauer Wehr stark gefordert war.

Die zweite Fahne der Freiwilligen Feuerwehr Chamerau von 1958

Im Jahr 1957 wurde eine neue Fahne für 1250 DM angeschafft. Die Weihe der neuen Fahne wurde im Mai 1958 ganz groß gefeiert. Als Pate wurde die Feuerwehr Chammünster engagiert. Als Fahnenmutter nominierte man Maria Schönberger aus Chamerau.

Am 31. Januar 1959 wurde durch Bürgermeister Stiehler das erste Feuerwehrauto gekauft. Es war ein gebrauchter Borgward - Allrad, Baujahr 1955 für 4000 DM.

Im Jahr 1960 wurde von der Firma Paul Ludwig eine neue Motorspritze TS 8 vorgeführt. Ein Jahr später wurde die neue TS 8 durch Bürgermeister Baumgartner angeschafft. Am 29. Oktober 1961 wurde sie am Schulhof durch Pfarrer Schlosser geweiht.

Auch mit dem Üben für Leistungsabzeichen begann man unter Kommandant Fleischmann im Jahr 1961. So legte die erste Gruppe das Leistungsabzeichen in Bronze ab.

Letzter Ausweg für Bürgermeister Treml war 1967 die Einführung der Pflichtfeuerwehr, bis man sich nach Wochen wieder einig wurde.

Magirus-Deutz Baujahr 1953 der Feuerwehr Chamerau vor dem ersten Gerätehaus der Wehr im Jahr 1968

Im Juli 1968 wurde durch Bürgermeister Treml auf Wunsch der Feuerwehr ein Ersatzfahrzeug angeschafft - ein Magirus - Deutz Baujahr 1953 der in den darauf folgenden Monaten zu einem Feuerwehrfahrzeug umgebaut wurde.

Im Pfarrstadl wurde als Notlösung 1970 ein Unterstellplatz gebaut

Nun war das Feuerwehrhaus wieder zu klein. Man entschloss sich für eine Notlösung und baute im Pfarrstadl einen Unterstellplatz. Dieser wurde dann am 28. November 1970 bezogen.

LF 8 Baujahr 1973 der Feuerwehr Chamerau

Unter Bürgermeister Treml wurde dann ein LF 8 schwer, ein Mercedes mit Metz Aufbau gekauft. Dieses Fahrzeug wurde am 11. März 1973 von drei Mann bei der Firma Metz im Werk Karlsruhe abgeholt. Das Löschfahrzeug wurde auch gleich mit Atemschutzgeräten ausgerüstet.

Bei den Feuerwehren Staning und Chamünster war man 1974 als Patenverein tätig. und gern gesehener Gast.

Im Jahre 1976 gab es dann wieder einige Ereignisse, so wurde das 100-jährige Gründungsfest gefeiert. Als Patenverein konnte die Freiwillige Feuerwehr Staning und als Festmutter Katharina Gschwendtner verpflichtet werden.

Außerdem wurde das LF 8 im Jahr 1976 mit einem Funkgerät (FuG 7b) ausgestattet. Auch an die zentrale Funkalarmierung wurde Chamerau angeschlossen.

Die Gründung der Jugendgruppe erfolgte im Jahr 1979, zum ersten Jugendwart der Wehr wurde Hans Robl ernannt. Es legten 18 Jugendliche das Jugendleistungsabzeichen ab.

Der vierte Jugendwettbewerb der Inspektion wurde am 3. Juni 1984 durch die Wehr mit KBI Georg Radlinger und Inspektionsjugendwart Michael Wensauer ausgerichtet.

Maria Schönberger, Katharina Gschwendtner, Xaver Bräu, Gerhard Lex und Alfons Schönberger wurden 1984 zu Ehrenmitgliedern ernannt.

In 1985 entschloss man sich zum Kauf einer neuen Fahne und Abhaltung eines 110-jährigen Gründungsfestes, welches vom 11. bis 14. Juli 1986 gefeiert wurde. Die neue Fahne wurde durch Spenden aus der Bevölkerung finanziert (5000 DM). Patenverein war wiederum die Feuerwehr Staning, das Amt der Fahnenmutter übernahm Sieglinde Ellmann.

Die dritte Fahne der Freiwilligen Feuerwehr Chamerau von 1986

Die Ausrüstung wurde 1986 durch Bürgermeister Irrgang mit dem Ankauf eines Stromerzeugers, Beleuchtung und zwei Handfunksprechgeräten erweitert.

Das neue und derzeitige Gerätehaus der Feuerwehr Chamerau

Nun begann die Planung für ein neues Gerätehaus mit zwei Stellplätzen und Unterrichtsraum. Nach der Standortsuche konnte am 24. November 1987 die Grundsteinlegung erfolgen und mit dem Bau unter Bürgermeister Klaus Irrgang,  Vorstand Josef Speckner und Kommandant Wolfgang Neumeier begonnen werden. Am 28. Mai 1989 konnte dann ganz groß mit allen Führungskräften und Nachbarfeuerwehren Einweihung gefeiert werden.
Im selben Jahr wurde ebenfalls ein gebrauchter Ford Transit TSF als Zweitfahrzeug von der Feuerwehr Bärndorf gekauft.

Nun wurde jährlich am Faschingsdienstag ein Kesselfleischessen und im Mai ein Hallenfest veranstaltet. Ein monatlicher Stammtisch und eine Weihnachtsfeier im Gerätehaus wurden ebenfalls ins Leben gerufen.

Der Landkreis rüstete die Feuerwehr Chamerau 1991 mit einem schon lange versprochenen Schlauchboot aus.

Nachdem im Frühjahr 1992 die TS 8 Schwierigkeiten bereitete, wurde eine Neue angeschafft. Die neue TS 8 Fabrikat Rosenbauer Fox mit BMW - Motor wurde im September 1992 durch Pfarrer Kammermayer geweiht und in Betrieb gestellt. Um den Anforderungen an die Wehr gerecht zu werden, wurde 1994 erstmals an die Gemeinde ein Antrag auf den Kauf eines Löschgruppenfahrzeuges LF 16/12 mit Normbeladung gestellt.

Für das erste Leistungsabzeichen THL in Bronze konnten 1994  Kameraden der Chamerauer Wehr in der Gemeinde- feuerwehr Lederdorn durch den damaligen Kommandanten Johann Weber ausgebildet werden und legten die Prüfung mit Erfolg ab.

Bei der Inspektionsversammlung 1995 in Kötzting erhielt Kommandant Wolfgang Neumeier das Feuerwehr Ehrenzeichen in Silber durch KBR Hans Zwick und KBI Michael Wensauer überreicht.

LF 16/12 Baujahr 1997 der Feuerwehr Chamerau

Nach mehrmaligem Anlauf konnte im Oktober 1996 dann der Kauf eines LF 16/12 im Gemeindegremium unter Bürgermeister Frieder Herold beschlossen werden. So konnte am 2. Dezember 1996 Bürgermeister Herold den Kaufvertrag über 470 000 DM für das Löschgruppenfahrzeug LF 16/12 mit Normbeladung, Spreizer und Schneidgerät, Hebekissen, Sprungretter, Monitorwasserwerfer und Überdrucklüfter unterzeichnen. Auch der Verein musste seinen Beitrag dazu leisten und spendete aus der Vereinskasse 47 000 DM dazu. Das Fahrzeug konnte dann auch am 22.Juli 1997 in Weisweil bei Ulm abgeholt werden. Am 4. und 5. Oktober 1997 feierte man die Fahrzeugweihe und Schlüsselübergabe des Löschgruppenfahrzeuges.

Am 25.Juni 1999 früh 5.00 Uhr  rief ein Großbrand im Gemeindeteil Gilling die Wehr aus dem Schlaf. Der komplette Vierseitenhof der Familie Janker mit Vieh wurde durch das Flammeninferno bis auf das Wohnhaus vernichtet.

Am 26.Februar 2000 wurde der langjährige Kommandant Wolfgang Neumeier aus dem aktiven Dienst durch Bürgermeister Frieder Herold und Kreisbrandrat Johann Weber in einer Feierstunde verabschiedet und zum Ehrenkommandanten ernannt.

Großeinsatz gab es am 24. März nachmittags 15.00 Uhr beim Brand im Alten- und Pflegeheim in Chamerau. Mit schweren Brandverletzungen wurde ein 59 jähriger Bewohner durch den Rettungshubschrauber in eine Spezialklinik geflogen, wo er wenige Stunden später verstarb.  

Das 125 jährige Gründungsfest feierte man vom 22. bis 25. Juni 2001. Als Festmutter konnte die Wirtin vom Landgasthof Schwalbenhof Ingrid Treml und zum Patenverein die Feuerwehr Staning verpflichtet werden. Sieglinde Ellmann und Josef Speckner wurden  2001 zu Ehrenmitgliedern ernannt.

VSA der Feuerwehr Chamerau

Am 6.Juli 2001 konnte Kommandant Ellmann den aus der Vereinskasse angeschafften VSA (Verkehrssicherungs-anhänger) in Betrieb stellen.

Jahrhundert Hochwasser in Chamerau im Jahre 2002

Stark gefordert wurde die Wehr beim Jahrhunderthochwasser am 12. und 13. August 2002. Der Ortskern war komplett überflutet. Zum ersten Mal in der Geschichte waren auch Kirche und Friedhof  betroffen.

In der Inspektionsversammlung 2006 in Bad Kötzting erhielt der Kamerad Franz Wittmann als Anerkennung für seine Leistungen als Vorstand das Feuerwehr Ehrenzeichen in Silber durch KBR Johann Weber und KBI Michael Stahl überreicht.

Die erste Gruppe der Wehr  erreichte  das Leistungsabzeichen THL Stufe Gold/ Rot im Oktober 2006.

Auf Grund der immer größer werdenden Anzahl an technischen Hilfeleistungseinsätzen wurde ein Antrag an die Gemeinde zur Beschaffung eines "Versorgungs-LKW`s" gestellt. Man war bei allen Gremien von Regierung bis Innenministerium in den letzten vier Jahren vorstellig, versuchte alles Mögliche, erhielt aber nur negative Auskünfte und Absagen.
Im Herbst 2006 traf man sich wieder mit dem Sachbearbeiter der Regierung, dem KBR, dem KBI und Bürgermeister im Gerätehaus, um auszuloten, ob ein Gerätewagen Logistik "GW L 2" für die Wehr in Chamerau sinnvoll wäre und gefördert würde. Alle die am Gespräch Beteiligten sprachen sich positiv aus, so ging überraschend der Bescheid für die Förderung durch die Regierung im Januar 2007 in der Gemeinde ein. Einer Lieferung dieses Fahrzeuges wird jetzt wohl in Anfang 2008 nichts mehr im Wege stehen. Die Wehr wird auch wieder ihren Beitrag mit 35 000 Euro dazu leisten.

Selbstverständlich rückte die Wehr seit Ihrem Bestehen zu Bränden, Menschen und Tierrettungen, Verkehrsunfällen, Suchaktionen, Überschwemmungen und sonstigen Einsätzen im Gemeindebereich und darüber hinaus auch aus.

Kameraden der Wehr wurden immer wieder zu Lehrgängen auf Inspektionsebene und an der Staatl. Feuerwehrschule in Regensburg geschickt und bildeten sich weiter.

Aus der Vereinskasse konnten neben den Ausgaben für LF 16/12, Ford und VSA jährlich auch noch Anschaffungen getätigt werden. So zum Beispiel: Die Einrichtung und Bestuhlung des Gerätehauses, Lederstiefel, Schutzanzüge, Arbeitshandschuhe, Helme, Wathosen, Tauchpumpen, Schlammsauger und Sprechfunkgeräte.

Alljährlich besuchten Abordnungen der Wehr Jubiläen und Feste von Nachtbarvereinen und Feuerwehren.

Die Wehr wirkte bei vielen Unternehmungen in der Gemeinde mit, beteiligte sich auch seit ihrem Bestehen an allen kirchlichen und gemeindlichen Festen und ist ein fester Bestandteil in der Bevölkerung.

Zum monatlichen Stammtisch wurden auch Vereinsausflüge und Wanderungen in gewissen Abständen abgehalten, damit auch Kameradschaft gepflegt wird.

In gewissen Abständen wurden auch Kameraden für ihre aktive Dienstzeit mit dem Ehrenkreuz in Gold (40 Jahre) und Silber (25 Jahre) durch den Kreisbrandrat ausgezeichnet.

Auch zu Hochzeiten und Geburtstagen wurden den Mitgliedern und Kameraden durch eine Abordnung ein Präsent und die besten Glückwünsche überbracht.

Zurzeit wird die erste Vereinsfahne von 1883 bei der Firma Kössinger wieder instand gesetzt und renoviert.

Die Chamerauer Wehr hat derzeit 159 Mitglieder (8 Feuerwehranwärter, 62 Aktive, 80 Passive männl., 3 Passive weibl. und 6 Ehrenmitglieder).

Fuhrpark und Gerätehaus der Freiwilligen Feuerwehr Chamerau im Frühjahr 2007

Brandserien in Chamerau

Bei Durchsicht der Pfarrchronik fällt in den Jahren zwischen 1885 und 1908 eine regelrechte Brandserie mit 15 Bränden im Pfarrbereich auf. Betroffen war vor allem der Ortskern mit Wirtshäusern und Sägewerken. Den schrecklichsten Brandtag erlebten die Chamerauer am 25. August 1885. Eine Feuersbrunst vernichtete die beiden Wirtshäuser, die Säge mit dem Ausnahmshaus und das Daschneranwesen im Mühlgarten, das dort nicht mehr aufgebaut wurde, sondern in der Grüben. Vier Jahre später brannte die Säge abermals ab. Opfer der Flammen wurde 1896 das Haus von Josef Riederer am Steinernen Häusl, und wieder in einem Augustmonat, am 13. des Jahres 1896, vernichteten die Flammen das Bachbäckeranwesen. Nachdem es drei Jahre lang keine Feuersbrunst mehr gegeben hatte, hofften die Chamerauer wahrscheinlich, dass sie und ihre Anwesen nun verschont bleiben würden. Aber weit gefehlt. Denn 1902 standen die Menschen wieder, fast hilflos, vor dem brennenden Stadl von Josef Kreutner in Gillisberg, der ein Jahr später wieder, zusammen mit dem Wohnhaus, brannte. Und die Menschen bangten weiter, fürchteten, ihr Gut könnte das nächste Opfer sein. 1906 brannten dann die Stadl von Bauer Mayer in Roßberg und von Xaver Wanninger in Chamerau. Vom 29. August 1907 berichtet die Pfarrchronik wieder von einem Grossbrand am Regen, bei dem die Häuser von Wolfgang Hofbauer, Barbara Pfeifer und Sebastian Pfeifer ein Raub der Flammen wurden. Am 27. Februar 1908 brannte der Bäckerwirtsstadl ab.
Die Angst vor dem Feuer und Bränden war sicher groß, weil die Menschen sich ihrer Gewalt fast hilflos ausgeliefert sahen. Es fehlte an den einfachsten Löschgeräten. Eimer mit Wasser, die von Hand zu Hand gereicht wurden, konnten oft kleinsten Bränden kaum Herr werden. Und war tatsächlich, was anzunehmen war, ein Brandstifter unterwegs, so gab es keine Polizei, um ihm das Handwerk zu legen.